So feiert man in anderen Ländern! Sitten & Gebräuche

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Hochzeit feiern in anderen Ländern

– Andere Länder, andere Sitten –
In einigen Ländern, vor allem in den südlichen, wird das Hochzeitsfest besonders aufwändig gefeiert. Es ist das größte Fest im Leben vieler Paare.
Bei einer griechisch-orthodoxen Hochzeit wird nur am Samstagabend gefeiert. Die Braut ist verschleiert und wird am Arm des Vaters zum Altar geführt. Dort wartet schon der Priester, der Bräutigam und dessen Vater. Ein Kelch mit Wein, die Trauringe und die traditionellen Hochzeitskronen, sind schon bereit gestellt. Während der Zeremonie werden die Hochzeitskronen aufgesetzt und die Eheringe werden angesteckt. Das Hochzeitspaar trinkt dreimal von dem Wein und muss auch dreimal um den Altar herumgehen. Zwei Kinder halten spezielle Kerzen, in deren Flammen die Sünden des Paares wie Wachs dahin schmelzen sollen.
Nach der Trauungszeremonie wird gefeiert und nach alter griechischer Sitte am Ende des Festes dem Brautpaar Geld an die Hochzeitskleidung gesteckt.
Unter den un-verheirateten Frauen werden gezuckerte Mandeln verteilt. Man soll vom zukünftigen Ehemann träumen, wenn man sich eine Mandel unters Kopfkissen legt.

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Jüdische Hochzeit

Im jüdischen Glauben besitzt die Ehe einen besonders hohen Stellenwert, denn wenn ein Mann keine Frau hat, ist er kein vollständiger Mensch. Wichtiger Bestandteil bei der jüdischen Trauung ist der Baldachin, die so genannte Chuppa. Ein besticktes Tuch aus Samt oder Seide wird über vier Säulen gespannt. Solange das Brautpaar den Baldachin dabei hat, kann die Hochzeit überall stattfinden. Bevor sich das Paar unter die Chuppa stellt, muss der Bräutigam ein Gebet sprechen und die Braut siebenmal um den Baldachin gehen, um böse Geister zu vertreiben. Die Trauung ist vollzogen, wenn der Bräutigam ein Glas zertreten hat. Bei der jüdischen Hochzeit wird anschlie-ßend ausgiebig gegessen, getanzt und getrunken.

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Japanische Hochzeit
Heiraten ist in Japan eine sehr kostspielige und recht anstrengende Angelegenheit. Es werden ein oder gar zwei Jahresgehälter für die Hochzeitsfeier ausgegeben. Die Braut bringt eine ansehnliche Mitgift mit in die Ehe, dafür übernimmt der Bräutigam die Kosten der Hochzeitsfeier. Die Aufnahme in die neue Familie wird der Braut oft sehr schwer gemacht. Das Haus kann sie nur gebückt betreten, denn im Türrahmen hat die Mutter des Bräutigams einen Strohhut aufgehängt. Wer hier das Sagen hat, ist von Anfang an geklärt. Die Schwiegertochter wird erst akzeptiert, wenn sie der Familie einen Sohn geboren hat.

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Islamische Hochzeit
In den islamischen Ländern findet die Hochzeitsfeier im Haus der Brauteltern statt. Die Braut trägt einen roten Schleier. Die Farbe rot steht für Liebe, Fruchtbarkeit, Kraft und Reichtum. Der islamische Geistliche, der Imam, führt die Hände von Braut und Bräutigam zusammen, so dass sich die Daumen der beiden berühren. Währenddessen sprechen alle Hochzeitsgäste und der Geistliche, der die Hände des Paares hält, die ersten Suren des Korans. In islamischen Ländern, wie der Türkei, ist es in ländlichen Regionen noch üblich, die Braut zu baden. Freundinnen und Verwandte waschen die Braut von Kopf bis zum Fuß, massieren und cremen sie mit duftenden Ölen ein. Es wird dabei gesungen, die Braut entspannt sich und erhält von den verheirateten Frau-en eine Art Sexualaufklärung. Bei der Hochzeitsfeier wiederholt sich der erotische Teil, wenn die Bauchtänzerin ihre Reize spielen lässt und so das Brautpaar für die Hochzeitsnacht in die richtige Stimmung versetzt.

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Hochzeit auf Italienisch
Einen Polterabend, wie in vielen anderen Ländern üblich, gibt es in Italien nicht. Vier Tage vor der Hochzeit spielen drei Musiker eine Serenade vor dem Haus der Braut und anschließend vor dem Haus des Bräutigams. Die neugierigen Bewohner des Or-tes verfolgen diesen Brauch ganz genau. Nun weiß jeder, wer wen heiraten wird. Die Braut zeigt allen gerne und ganz stolz ihre Aussteuer. Die Brauteltern kaufen das komplette Schlafzimmer und alles an Wäsche von den Tischdecken, Handtüchern, Bettwäsche bis hin zu den Taschentüchern.

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Am Hochzeitstag läuten um 10 Uhr alle Glocken der Kirchen in der Umgebung. In Italien trägt man den Verlobungsring und den Ehering am linken Ringfinger. Die Braut behält auch ihren Mädchennamen und als Zusatz führt sie dann den Namen des Ehemannes.
Eine besondere Ehre wird den Hochzeitsgästen zuteil. Das Brautpaar lässt sich mit jedem Gast fotografieren. Dieses Bild schenken sie dem Gast zur Erinnerung. Wenn die Hochzeit zu Ende ist und die Gäste nach Hause gehen, bekommen sie außerdem eine Bonboniere geschenkt. Eine besondere Beachtung gilt auch den Trau-zeugen. Sie bekommen als Dank ein wertvolles Geschenk. Sie können zwischen ei-nem Schmuckstück oder einer schönen Porzellanfigur aussuchen. Im Süden von Italien gelten heute noch alte Traditionen. Wenn ein Paar ohne Erlaubnis der Eltern heiratet, wird es nicht am Hauptaltar, sondern in der Sakristei getraut. Somit hat die Trauung nicht in der Öffentlichkeit statt gefunden. In südlichen Regionen kontrolliert die Mutter des Bräutigams nach der Hochzeitsnacht das Leintuch, um festzustellen, ob die Schwiegertochter noch Jungfrau war.

HOCHZEITSBRÄUCHE in anderen Ländern

Wohlstand & Treue
Einem Brautpaar in Italien wird Wein und Brot gereicht. Damit erbittet man Wohlstand und Gesundheit.
Dass die Braut „etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues“, bei sich haben sollte, dieser Brauch kommt aus England. Er hat einen symbolträchtigen Hintergrund: Alt und neu stehen für das Leben als Junggesellin und das als verheiratete Frau, die Leihgabe für die Freundschaft und die Farbe Blau bedeutet ewige Treue.

Mann oder Frau – Wer hat das „Sagen“
In Italien zogen sich die Bräute den schon aufgesteckten Ring wieder ab, um ihn sich eigenhändig anzustecken. Dies war eine Anspielung darauf, dass die Braut sich frei entschieden hat für das JA-Wort! Wessen Hand beim Ringwechsel die Oberhand be-hält, der soll auch in der Ehe den dominanten Part übernehmen.
Wenn der Bräutigam nach der Trauung noch am Altar auf dem Saum des Brautkleides niederkniet, bedeutet das, dass er nach der Hochzeit das Sagen hat. Aufpassen ist angesagt!!!

Kindersegen
In Indien wird der Braut ein Kind, gern ein Junge, auf den Schoß gesetzt, auf dass das Paar bald Kinder bekomme. In Deutschland sind es die Blumenkinder, die den Kinder-segen bringen sollen. Auch die Blumen, die sie streuen, symbolisieren Fruchtbarkeit. Das Bett für die Hochzeitsnacht sollte in alter Zeit nach Möglichkeit von einer Jungfrau vorbereitet werden – auch dieser Brauch sorgt für Nachwuchs.

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